Sigmar Polke ›Dualismen‹

Eine Ausstellung des Kunstforums Ostdeutsche Galerie Regensburg in Kooperation mit der Städtischen Galerie Karlsruhe


Sigmar Polke, ›Reiherbild IV‹, 1969, SGK, Sammlung Garnatz, © The Estate of Sigmar Polke, Cologne VG Bild-Kunst, Bonn 2022, Foto Heinz Pelz, Karlsruhe


 Sigmar Polke (1941–2010) zählt zu den bedeutendsten Vertretern der Kunst des 20. Jahrhunderts.

Neugier, Witz und hintergründige Ironie, aber auch Kritik an gesellschaftlichen Bedingungen und philosophische Reflexionen sind für seine Werke charakteristisch. Polkes immer wieder überraschende, sich jeder Verbindlichkeit entziehende Stilwendungen sind das Ergebnis einer

Vorgehensweise, die eine Fülle von Ideen, Themen und Materialien aufgreift, dabei unbefangen aus dem Fundus der Kunstgeschichte zitiert, den Zufall absichtsvoll nutzt und mit alchemistischer Experimentierfreude erstaunt. Strategien des Transfers und der Kontextverschiebung, der Verfremdung und Irritation spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Die in Kooperation mit dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie Regensburg vorbereitete Ausstellung bietet mit mehr als

hundert Exponaten einen umfassenden Einblick in Polkes Schaffen zwischen 1963 und 2009. Sie lenkt die Aufmerksamkeit besonders auf die Prinzipien der Zweiheit, aber auch der Gegensätzlichkeit, die sich wie ein Leitfaden durch das Werk des Künstlers ziehen. Sigmar Polkes vielschichtiges Werk hat auch mehr als ein Jahrzehnt nach dem Tod des Künstlers nichts von seiner Aktualität, Faszination und Inspirationskraft verloren. Die Ausstellung zum 80. Geburtstag Polkes umfasst signifikante Arbeiten aus allen Schaffensphasen – Gemälde, Grafiken, Fotografien, Filme, Objekte und Künstlerbücher. Dabei folgt die Präsentation der Exponate weder der Chronologie der

Entstehungsjahre noch stilistischen oder gattungsbezogenen Kriterien. Die Werkschau stellt vielmehr zum ersten Mal verschiedene Spannungsverhältnisse innerhalb von Polkes schöpferischer Arbeit in den Mittelpunkt des Interesses. Unter dem Begriff der „Dualismen“ widmet sich die Ausstellung in insgesamt sieben Themenkapiteln und mit einem neuen, unvoreingenommenen Blick zentralen Fragestellungen des

Künstlers, um so die Aufmerksamkeit auf Polaritäten und Divergenzen, auf die Verknüpfung von Widersprüchlichem und Gegensätzlichem, aber auch auf den Aspekt der komplementären, eine neue Einheit bildenden Kombinatorik im Werk Polkes zu lenken.

Die Ausstellung „Sigmar Polke. Dualismen“ wurde gemeinsam mit dem Kunstforum Ostdeutsche Galerie

Regensburg vorbereitet und dort vom 9. Oktober 2021 bis zum 16. Januar 2022 gezeigt. Für die zweite

Station in der Städtischen Galerie Karlsruhe wird die Präsentation um zusätzliche Leihgaben und Exponate

aus der Sammlung Garnatz erweitert.


Sigmar Polke

›Dualismen‹

bis 12.6.22

 

Kunstmuseum Bayreuth  

Altes Barockrathaus 

Maximilianstraße 33 

95444 Bayreuth

Di-So 10-17 h

www.kunstmuseum–bayreuth.de

Heinz Mack zeigt seine Werke in der Biblioteca Nazionale Marciana Venedig


Heinz Mack,  Biennale  Venedig © Sebastian Drüen, VG Bild-Kunst 2022


 Bereits 1970 repräsentierte Heinz Mack, der weltweit zu den bedeutendsten Vertretern der kinetischen Kunst zählt, Deutschland auf der 35. Biennale di Venezia. Nun präsentiert die direkt am Markusplatz gelegene Biblioteca Nazionale Marciana vom 23. April bis 17. Juli 2022 unter dem Titel „Heinz Mack – Vibration of Light / Vibrazione della luce“ ausgewählte Werke des preisgekrönten Künstlers. Die von Manfred Möller kuratierte Ausstellung ist als Collateral Event offizieller Bestandteil des Programms der diesjährigen Kunstbiennale.

 

In einer imposanten Rauminstallation werden in den prunkvollen „Sale Monumentali“ der Bibliothek großformatige Gemälde, farbintensive Grafiken, ein Ensemble von silberglänzenden Lichtstelen sowie eine vier Meter hohe, eigens für diese Ausstellung geschaffene Spiegelskulptur präsentiert. Einen Schwerpunkt in der Ausstellung bilden in Schwarz-, Grau- und Weißtönen gehaltene Leinwandarbeiten, in denen das Thema der Struktur im Vordergrund steht. Den Höhepunkt der Präsentation bildet ein überaus beeindruckendes, sechs Meter breites und dreieinhalb Meter hohes Gemälde mit dem Titel „Der Garten Eden“. Hier kulminiert das Thema Licht, das Mack seit über 60 Jahren immer wieder neu denkt, in einer überwältigenden, vielfarbigen und monumentalen Farbfeldmalerei, deren hypnotischer Wirkung sich kein Betrachter entziehen kann.

 

Heinz Mack, der 1957 gemeinsam mit Otto Piene die international einflussreiche und bis 1966 aktive ZERO-Gruppe gründete, zu der ab 1961 auch Günther Uecker zählte, setzt sich in seinem Werk bis heute mit dem Thema Licht auseinander. Mit dem Ziel, das Licht in seiner Reinheit als solches zu erkunden, positionierte Mack als Pionier der Land-Art bereits Anfang der 1960er-Jahre seine experimentellen Lichtstelen und -objekte in unberührten Naturlandschaften wie der Sahara und später auch in der Arktis. Im atmosphärischen Prachtsaal der Biblioteca Marciana werden nun sieben herausragende, schon allein aufgrund ihrer Größe beeindruckende Leinwandarbeiten sowie acht lichtreflektierende und zum Teil rotierende Stelen aus poliertem Aluminium, Plexiglas und Edelstahl gezeigt. Durch das Prinzip der Rotation, mit dem sich Heinz Mack auch malerisch auseinandersetzt, wird das Licht im Raum nicht nur ganzheitlich eingefangen und reflektiert, sondern bisweilen auch die Objekte selbst entmaterialisiert.

 

Die Konzeption der Ausstellung geht auf eine Initiative des Düsseldorfer Galeristen Dirk Geuer zurück und wurde von ihm umfangreich gefördert. Zur Ausstellung erscheinen ein Katalog sowie ein aus drei neuen Grafiken des Künstlers bestehendes Portfolio.

Prof. Heinz Mack,  Biennale  Venedig © Sebastian Drüen, VG Bild-Kunst 2022


Vibration of Light / Vibrazione della Luce

bis 17.7.22

 

Biblioteca Nazionale Marciana

Piazza San Marco, 13/4

IT-30124 Venedig

www.bibliotecanazionalemarciana.cultura.gov.it