Im zeichen des informel

Die Ausstellung „Geste / Zeichen / Schrift“ im Kunstmuseum Bayreuth


Karl Otto Götz, „Plintoph“, 1994, Farblithographie, 

59 x 48 cm, Kunstmuseum Bayreuth


 

Die dritte Ausstellung im Jubiläumsjahr des Kunstmuseum Bayreuths beschäftigt sich mit gestisch geprägten Werken der Moderne aus den Stiftungen und der eigenen Sammlungen. Es sind Werke des Informel, der mit Schrift und Zeichen arbeitenden Konzeptkunst und der Konkreten Poesie zu sehen. Die Ausstellung geht der Frage nach, wann eine Geste zu einem Zeichen wird, inwieweit gestische Malerei auch „Zeichnen mit Farbe“ sein kann, was das Zeichen-Setzen mit dem Zeichnen und das Zeichnen mit der Schrift zu tun hat. Schon vor 1933 gab es gestisch geprägte Malerei. Doch erst das „Informel“ machte die frei fließende Form zum Konzept einer Kunst, die „formlos und doch Form“ (Emil Schumacher) sein sollte. In den sechziger Jahren einwickelte sich mit der Pop Art, dem Fotorealismus und den Nouveaux Réalistes eine neue Wahrnehmung mit dem Anspruch, die Grenzen der Kunst zu sprengen und die Kunst mit dem Alltag zusammenzubringen: Künstler wie Joseph Beuys wollten die Welt verändern. Jochen Gerz, Nam June Paik, Carl Fredrick Reuterswärd, Timm Ulrichs oder Ben Vautier entwickelten alternative Konzepte, in denen sie surreale Botschaften spielerisch mit Texten und Zeichen übermittelten und sich ironisch mit dem Kunstbetrieb auseinandersetzten. Andere, wie Stefan Gomringer oder Jan Voss, spielten mit der Flut verschiedener Zeichen in einer immer komplexer werdenden Gesellschaft.  In der Konkreten Poesie gehen Schrift und Bild schließlich eine besondere Verbindung ein. Hierzu sind in der Präsentation auch Gedichte von Eugen Gomringer zu sehen.  


20 Jahre Kunstmuseum Bayreuth. 

Eine dreiteilige Ausstellungsreihe 

aus den Sammlungen - Teil III:   

Geste / Zeichen / Schrift 

bis 23.2.20 

 

Kunstmuseum Bayreuth  

Altes Barockrathaus 

Maximilianstraße 33 

95444 Bayreuth

Di-So 10-17 h

www.kunstmuseum–bayreuth.de

Eine Rundschau

Die Sammlung Werner Coninx im Aargauer Kunsthaus Aarau


Otto Morach, „Erwartung (Intérieur)“, 1918-1919, Öl auf Leinwand, 81 x 65 cm, Aargauer Kunsthaus, Aarau / Depositum Sammlung Werner Coninx (© Hugo Stüdeli, Solothurn, Foto: SIK-ISEA, Zürich (Philipp Hitz))


Kern der Ausstellung „Sammlung Werner Coninx“ bilden die 127 Gemälde Schweizer Malerei vom Ende des 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts, die das Aargauer Kunsthaus in Aarau 2016 als Dauerleihgabe aus dem Bestand der Sammlung Werner Coninx erhielt. Vom 25. Januar bis 26. April 2020 treten diese Bilder in Dialog mit weiteren Werkgruppen der Sammlung Werner Coninx. Die Sammlung Conninx gilt heute als eine der umfangreichsten privaten Kunstsammlungen der Schweiz. Entstanden ist sie dank dem Zürcher Maler, Kunstliebhaber und Sammler Werner Coninx (1911-1980), der von 1936 bis zu seinem Lebensende über 14000 Kunstobjekte ankaufte. Die schnell gewachsene Sammlung umfasst eine sehr breite Palette an Werken: Sie reicht von der figurativen Schweizer Malerei über Zeichnung und Druckgrafik deutscher Expressionisten oder französische Kunstschaffenden der klassischen Moderne bis hin zu archäologischen Artefakten der griechisch-römischen Antike und Objekten aus Süd- und Südostasien. Ausgangspunkt und Kern der Schau sind Gemälde Schweizer Künstler, die einen Einblick in die facettenreiche Entwicklung der Schweizer Malerei von Ende des 19. Jahrhunderts bis Mitte des 

20. Jahrhunderts geben. Diese treten in Dialog mit Exponaten aus weiteren Sammlungsschwerpunkten von Werner Coninx – wie französische Druckgrafik des 19. Jahrhunderts, deutsche expressionistische Malerei und Zeichnung oder Objekte aus dem asiatischen Raum. Die Schau präsentiert die zentralen Werkgruppen und Themen, die die Sammlung auszeichnen. So ist beispielsweise der Künstlerfreundschaft des Sammlers mit René Auberjonois ein eigener Raum gewidmet. Werner Coninx hat nicht nur einen intensiven Austausch mit Auberjonois gepflegt, sondern ihn, auch indem er viele seiner Zeichnungen sowie Gemälde ankaufte, finanziell unterstützt. Um die Vielfalt der Sammlungstätigkeit Werner Coninx‘ zu veranschaulichen, sind Leihgaben aus dem Kunsthaus Zürich, Kunst Museum Winterthur und anderen Institutionen wichtiger Bestandteil der Ausstellung. Eine weitere Ausstellung im kommenden Januar ist Denise Bertschi gewidmet, der Preisträgerin des Manor Kunstpreises 2020. Die Ausstellungsreihe für junge Kunst „Caravan“ zeigt vom 25. Jnauar bis 26. April Werke von Dominic Michel.


Sammlung Werner Coninx: Eine Rundschau

25.1. bis 26.4.20 

 

Aargauer Kunsthaus

Aargauerplatz 

CH-5001 Aarau

Di/Mi/Fr-So 10-17 Uhr, Do 10-20 Uhr

www.aargauerkunsthaus.ch