Antithese zu                  „Business As Usual“

Filip Markiewiczs „Celebration Factory“ in der Kunsthalle Osnabrück


Filip Markiewicz: „Celebration Factory“, Installationsansicht Kunsthalle Osnabrück, Osnabrück

(Foto: Friso Gentsch/Kunsthalle)


Filme, Bücher, Theaterstücke haben einen Anfang und ein Ende, eine Ausstellung nicht“, sagt Filip Markiewicz, der für die Kunsthalle Osnabrück die vierte Auflage von „Celebration Factory“ entwickelt hat. 2017, im NN Contemporary Art in Northampton UK, 2018 im Casino Luxembourg und Anfang 2019 im CCA Derry-Londonderry hatte Filip Markiewicz bereits die politischen wie moralischen Krisen Europas und der Welt auf stets unterschiedliche Weisen in Szene gesetzt, immer unter Bezugnahme ortsspezifischer Adaptionen. Nun lädt die Kunsthalle Osnabrück mit dem Ausstellungs- und Performance-Projekt „Filip Markiewicz: Celebration Factory“ dazu ein, in ein Universum von Zeichen und Bildern einzutauchen, das die Leere der aktuellen Diskurse greifbar machen soll.  Die Arbeit „Celebration Factory“, 2019/20 bezieht sich beispielsweise auf die Gelbwesten-Demonstrationen in Frankreich, die Demonstrationen in Hongkong – vielleicht nicht so sehr auf die Freitagsdemonstrationen und Jugendproteste“, sagt Filip Markiewicz

während der Aufbauarbeiten. Das Projekt hat nicht die Absicht, eine flüchtige Form des politischen Aktivismus zu entwickeln, sondern schlägt eine quasi-surrealistische Sprache vor, die verschiedene Ausdrucksformen verschränkt und analysiert. Filip Markiewicz erforscht die Möglichkeiten einer künstlerischen Sprache, die das individuelle Bewusstsein für einen  Widerstand gegen die „Herrschaft der Angst“ sensibilisiert. Dabei verliest er keine Lektionen und weckt auch keine vergeblichen Hoffnungen. Seine Sprache ist ein utopisches Streben, eine Antithese zur sklavischen und „mephitischen“ Haltung des „Business As Usual“.


Filip Markiewicz: Celebration Factory

bis 2.2.20

 

Kunsthalle Osnabrück 

Hasemauer 1

49074 Osnabrück 

Di 13-18 h, Mi-Fr 11-18 h,  Sa/So 10-18 h

www.kunsthalle.osnabrueck.de

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